State of Play

#nicetobeatyou ruft zu dezentralen Störaktionen gegen die Nazidemo auf.

Ab 11 Uhr solltet ihr euch auf den HBhf Halle (Saale) konzentrieren, da der Großteil der Nazis dort anreisen wird.

Die Aktionskarte wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Die Tel.Nr. des Info-Telefons und des Ermittlungsausschusses (EA) werden am 1.Mai bekanntgegeben, am Vorabend die aktuellen Infos veröffentlicht.
Radio Corax betreibt ein Demoradio auf UKW 95,9 Mhz sowie im Live-Stream.

Bei Twitter informieren wir euch via twitter.com/NTBYHAL
unter #nicetobeatyou
und #HAL0105

Das BgR informiert über den Verlauf der Proteste: twitter.com/HalggR unter den Hashtags:
#LÄUFTNICHT und
#HAL0105

Vom zivilgesellschaftlichen Bündnis „Halle gegen Rechts“ wurden mehrere Gegen-Demos & Kundgebungen in Sichtweite zur Nazi-Route angemeldet. Nachdem die Kooperationsgespräche mit der Versammlungsbehörde abgeschlossen sind, wird der letzte Stand hier veröffentlicht sowie auf erster-mai-halle.de

Folgende Gegenproteste sind geplant:

10:00 Uhr | Demonstration 1 vom Universitätsplatz

10:00 Uhr | Demonstration 2 vom Rannischen Platz

12:00 Uhr | Demonstration 3 vom Universitätsplatz

10 – 14 Uhr | Kundgebung DGB: Marktplatz Halle,

11 Uhr | Maifeier: Kulturinsel Halle und Strieses Biergarten,

10 – 14 Uhr | Mai-Picknick: Ort wird noch bekanntgegeben

13 – 15 Uhr | Bahn frei für Toleranz: Straßenbahnen

Naziszene – Just beat it!

Die hallesche Naziszene hat sich in den letzten 3 Jahren neu formiert und konnte im deutschlandweiten Rechtsruck vor allem auf sich wieder organisierende Personen bauen, die in den Jahren zuvor aus dem Aktivistenleben ausgestiegen waren.

Die erste auf sich aufmerksam machende Gruppe war die 2014 gebildete Kameradschaft „Brigade Halle Saale“ (BHS). Enstanden war sie aus der Bürgerinitiative Silberhöhe, die im Sommer rassistisch gegen zugezogene Rumänen hetzte, eine Demonstration unter dem Motto „Wir wohnen hier! Wo wohnt ihr?“ und schließlich Straßenpatrouillen organisierte. Hakenkreuzsprühereien, rassistische Beschimpfungen und Übergriffe, entglaste oder gar angezündete Fahrzeuge waren innerhalb weniger Monate zur alltäglichen Realität der erklärten Volksfeinde der Silberhöhe geworden. Nachdem all diese Schikanen nicht den gewünschten Effekt hatten, die Zugezogenen sich also nicht so einfach vertreiben ließen, bildete sich aus dem Kern der Bürgerinitiative heraus zunächst eine Bürgerwehr, dann die Brigade.

Bild 1
Halle, 1. Mai 2011: Raik Wilhelm (2.v.r.), Tom Köppe (3.v.r.) Enrico Liepold (2.v.l.)

Angeführt vom bereits zuvor durch Vernichtungs- und Gewaltphantasien aufgefallenen Frank Feigl trat diese geschlossen und uniformiert vor allem bei Demonstrationen der Region auf. Am 1. Mai 2015 in Saalfeld waren mehrere Mitglieder darunter der langjährige Nazikader Tom Köppe vermummt an den Krawallen beteiligt. Neben ihm sind weitere Mitglieder bereits auf dem letzten 1.Mai-Aufmarsch in Halle zu erkennen.

Bild 2
Halle, 1. Mai 2011: Frank Feigl

Die Online-Auftritte der Kameradschaft quellen von NS-Propaganda geradezu über. Ebenso regelmäßig sind dort Gewaltphantasien und -androhungen zu finden, die im Hooliganismus und Straßenschlägereien handfest werden. Vor allem die Aktivitäten der Brigade machen es attraktiv, einen Aufmarsch in Halle durchzuführen, der nicht wie bisher in der Silberhöhe oder der Neustadt in Kooperation mit „Die Rechte“ lediglich einige handvoll Nazis mobilisiert.

Weitere Informationen und Fotos zu den Mitgliedern sind unter hosenrunter.noblogs.org zu finden

Die Kleinstpartei „Die Rechte“ ist ein beständiger Kooperationspartner der Brigade und anderer Kameradschaften. Dabei spielt der 2016 gegründete lokale Kreisverband „Die Rechte Halle/Saale“ um Michael Rist, Enno Beth, Marcel Ludwig, Rolf Dietrich und Angelia Rist nur eine untergeordnete Rolle.

Bild 3
Bad Nenndorf: Ulf Ringleb

So ist der Anmelder der Demonstration keiner der oben genannten sondern Ulf Ringleb aus Ilsenburg. Dieser sprang bereits als Anmelder einer 10-minütigen Demonstration durch die Silberhöhe ein, die zwischen dem örtlichen Netto und Edeka verlief. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Harz ist beständiger Aktivist der lokalen Neonaziszene. Als Mitglied der „Nationalen Sozialisten Nordharz“ fiel er unter anderem bei HogeSa auf. Am 19. April diesen Jahres wurde er wegen Körperverletzung, Bedrohung und anderer Delikte verurteilt. Aufmerksam macht er auf sich immer wieder durch ausgeprägten Größenwahn und das Fehlen jeglicher taktischen Zurückhaltung.

…und die Mobi?

Alles in allem hat sie nach außen keinerlei Potential, mobilisiert wird vor allem in den zugehörigen Strukturen und Gruppen. So gibt es Fotos ein paar interner Szenetreffen, bei denen man sich ausnahmsweise mal mehr mit Politik als Biertrinken beschäftigt hat, dazu ein pathosschwangerer Text und vor allem Abbildungen mit Flyern; Flyer auf dem Tisch, Flyer im Briefkasten, Flyer mit Hand; ein vermummter Ulf Ringleb mit Flyern in der Hand. Offensichtlich sah sich dadurch die Eisenacher Nazi-Sprayercrew rund um Kevin Noeske und Leon Ringl genötigt, dem Ganzen einen modernen Anstrich verpassen zu wollen. Das Innere des Abrisshauses als Ort des „Mobigraffitis“ verpasst den Beteiligten der Demonstration am 1. Mai einen passenden Rahmen. Zu den Mobivideos möchte man da fast kein Wort mehr verlieren, diese schwanken stumpf zwischen NS-Propaganda von Robert Ley und dem verzweifelten Versuch modern zu wirken, eine absolut erfogsversprechende Kombination!

Weiterhin sei auf die Nazis von Kontra-Kultur Halle, einer Ortsgruppe der Identitären Bewegung hingewiesen.

Für einen Überblick zu den Hallenser Neonazis checkt:

1. Brigade Halle (Saale) und ihr nahestehende Personen

2. Kontrakultur Halle (Saale) – Identitäre Bewegung Halle (Saale)

„Naziszene – Just beat it!“ weiterlesen

Bus-Tickets Berlin – Halle

Für die gemeinsame Busanreise zu den antifaschistischen Protesten gegen den Naziaufmarsch am 1. Mai in Halle/Saale sind Bus-Tickets erhältlich.
Es gibt Fahrkarten für 20,00 € in folgenden Vorverkaufsstellen:
Schwarze Risse (Gneisenaustr. 2a, U-Bhf Mehringdamm),
Buchladen zur schwankenden Weltkugel (Kastanienallee 85, U-Bhf Schönauser Allee),
Red Stuff (Waldemarstr. 110, U-Bhf Görlitzer Park).

Aktuelle Informationen finden sich weiterhin bei NICE to BEAT You, Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage und bei den kommenden Mobi-Veranstaltungen in Berlin:

21. April | 17 Uhr | Café PlanWirtschaft (B-Gebäude der TU Berlin – U-Bhf. Ernst-Reuter-Platz)

22. April | 20 Uhr | Schreina47 (Schreinerstraße 47 – U-Bhf. Samariterstr.)

25. April | 19.30 Uhr | B-Lage (Mareschstraße 1 – Neukölln/Rixdorf)

Antifa-News zur militanten Naziszene

Die aktuelle Sendung der Antifa-News bei Radio Corax mit folgenden Themen:

– Recherchen zum Nazi-Angriff auf Connewitz 2016; (siehe auch: Die Täter des 11.01.2016, le1101.noblogs.org sowie: Arbeitgeber, Firmen und Vereine der Täter)
– Ideologie und Strategie der AfD in Sachsen-Anhalt
– Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch in Weimar (akweimar.blogsport.de) und personelle wie organisatorische Verbindungen zur Nazidemo am 1.Mai in Halle

Presse: Nazi-Mobilisierung zum 1.Mai2017 nach Halle/Saale

Die ZEIT berichtete bereits im vergangenen Jahr über die deutschlandweite Mobilisierung militanter Naziguppen:
Szene-Streit: Militante Neonazis mobilisieren zum 1. Mai 2017 nach Halle/Saale, (Zeit, 20.11.2016)

Das hallische Revolverblatt MZ betitelte in der Printausgabe vom 21.01.2017 einen Artikel über aktuelle Entwicklungen der Naziszene in Halle mit „Kameraden im Abseits“. Hier gehts zum Online-Artikel: http://www.mz-web.de/…/rechtsextremismus-in-halle-npd-im-ab…

Warum es das Richtige ist, am 1.Mai2017 den Nazi-Trotteln in Halle (Saale) entgegenzutreten, anstatt den traditionslinken 1.Mai-Riots in Kreuzberg beizuwohnen, zeigen wir im Aufruf Antifaschistischer Gruppen Halle. Lest unseren Aufruf, teilt ihn und kommt am 1.Mai2017 nach Halle, um diese Vollpfosten gebührend zu verabschieden:

#nicetobeatyou

1.Mai2017 | Aufruf Antifaschistischer Gruppen Halle

Nazidemo in Halle?
Nice to beat you!

Für den 1. Mai 2017 wurde in Halle eine Nazidemonstration angemeldet. Die bisher aufrufenden Gruppen lassen eine Anreise mehrerer Hundert militanter Neonazis aus ganz Deutschland erwarten.

Warum die Nazis erneut Halle als Aufmarschort einer 1.Mai-Demonstration gewählt haben, erscheint zunächst nicht nachvollziehbar. Offensichtlich haben sie ihren letzten Maiauftritt in Halle bereits vergessen. Denn 2011 scheiterten sie glorreich und beschritten aufgrund mehrerer entschlossener Blockaden und direkter Aktionen einen nur sehr kurzen Leidensweg durch die Abbruchviertel unweit des Hauptbahnhofs. Halle ist dabei neben Leipzig bisher nicht nur eine der Städte im Osten, in der Naziaufmärschen auch über die Großevents hinaus traditionell mit der nötigen Konsequenz begegnet wird. Darüber hinaus sagt die hohe Fluktuation der hiesigen Nazivortänzer auch etwas darüber aus, was es bedeutet, seine nationalsozialistische Feldpost in Halle zu empfangen: Es macht ihnen selten länger Spaß. Aber auch hier sind die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten zwei Jahre infolge der sogenannten Flüchtlingskrise selbstverständlich nicht spurlos vorüber gezogen. Auch in Halle erreichte die AfD bei den letzten Landtagswahlen knapp 20% und die bis heute wöchentlich stattfindenden fremdenfeindlichen Montagsdemos konnten in ihrer Hochphase im Winter 2015/2016 mehrere Hundert „besorgte Bürger“ mobilisieren. Neonazis agieren in Folge dessen zunehmend offener, selbstbewusster und gewalttätiger. Vor diesem Hintergrund wird auch der erneute Versuch, in Halle endlich einen Aufmarsch und nicht nur einen Spießrutenlauf zustande zu bekommen, nachvollziehbar. Ob dieses Ansinnen mit dem zur Verfügung stehenden Personal erfolgreich sein wird, ist dabei aber zumindest fraglich.

Die diesjährige Demonstration wird von der Partei „Die Rechte” organisiert. Lokale Unterstützung wird sie dabei durch die hallische Suffnazitruppe „Brigade Halle” erfahren. Beide Gruppen stehen idealtypisch für Menschen, deren Sendungsbewusstsein sich disproportional zum Urteilsvermögen verhält, bei denen sich Wahrnehmung und Realität so unversöhnlich gegenüber stehen, dass man es ihnen im Gesicht ansieht. Und deren Gewaltaffinität eng mit der eigenen Abgestumpftheit in Verbindung zu stehen scheint – verroht bis ins Mark, unfähig zu Empathie, zu Selbstreflexion, gar zu Vernunft. Dass die Schlüsselfiguren des hallischen „Die Rechte“-Ablegers nah an der Grenze der Zurechnungsfähigkeit agieren, darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der 1.Mai als „Arbeiterkampftag“ stets in der Lage ist, eine größere Anzahl Neonazis zu mobilisieren. So hat sich beispielsweise das als Schwarzer Block agierende „Antikapitalistische Kollektiv” angekündigt, das am 1.Mai 2016 in Plauen mit massiver Gewalt auf sich aufmerksam machte.

Es muss darum gehen, den Nazis den Auftritt in Halle so gut es geht zu vermiesen. Nicht für ein besseres Deutschland, nicht für ein bunteres Halle oder den nazifreien Szenekiez. Sondern: Weil es richtig ist, ihnen in die Suppe zu spucken.
Auf die Ankündigung der Nazis, am 1.Mai 2017 durch Halle marschieren zu wollen, entgegnen wir mit dem nötigen Nachdruck, freundlich, aber bestimmt:

Nice to beat you!

Antifaschistische Gruppen Halle


Mobilisierungs-Aufruf als PDF / Alternative Version bei Darstellungsproblemen

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